Lymphdrainage – 7 Fragen beantwortet!

Die Lymphdrainage ist eine Behandlungsmethode, die in den 1930er Jahren von Emil Vodder und seiner Frau entwickelt wurde. Sie war zum damaligen Zeitpunkt revolutionär, da das Lymphsystem bis dato der Schulmedizin ein Mysterium war. Bis heute ist es eines der faszinierendsten Strukturen im menschlichen Körper, dessen Geheimnisse noch immer nicht vollständig gelüftet sind.

Was genau ist das Lymphsystem?

Wie ein Spinnennetz durchziehen die winzigen Lymphbahnen alle Gewebsschichten unseres Körpers, von der Haut bis tief in die inneren Organe. An bestimmten Stellen im Körper, zum Beispiel in der Achselhöhle oder der Kniekehle, bündeln sie sich zu den sogenannten Lymphknoten. Diese dienen als eine Art Filter, der der Lymphflüssigkeit Giftstoffe entziehen kann und zudem eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem spielt. Bei starker Aktivität schwellen sie an und werden deutlich tastbar, beispielsweise bei einer Grippe. Die Lymphgefässe selbst dienen vor allem der Regulierung von Flüssigkeit im Gewebe.

Tagtäglich atmen wir Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Diese werden über die Blutgefässe durch den Körper transportiert, dabei entsteht Wasser, das in mikroskopisch kleinen Mengen in den Zwischenräumen der Zellen liegen bleibt.
Die Aufgabe der Lymphbahnen ist es, dieses Wasser nun aufzunehmen und wieder dem Blutkreislauf zuzuführen. Ist diese Funktion gestört, kommt es zu sogenannten Ödemen, also durch Flüssigkeit aufgeschwollenes Gewebe.

Welchen Nutzen hat die Lymphdrainage?

Sie kann Schwellungen deutlich reduzieren und damit den Heilungsverlauf beschleunigen.

Nach Knochenbrüchen, Bänderverletzungen oder Operationen kommt es  häufig zu Ödemen im verletzten Bereich. Diese haben einen störenden Einfluss auf die Heilung, da sie die Beweglichkeit beeinträchtigen und ein unangenehmes Spannungsgefühl verursachen. Die zwischen den Zellen gestaute Flüssigkeit blockiert zudem den wichtigen Transport von Stoffen, die das verletzte Gewebe reparieren sollen. Eine fachgerecht durchgeführte Lymphdrainage führt oft bereits nach einer Behandlung zu einer deutlich sichtbaren Reduzierung dieses Ödems.

Sie kann das Gefühl “schwerer Beine” verringern oder beseitigen.

Das Gefühl, “schwere Beine” zu haben, meist in Verbindung mit geschwollenen Knöcheln, kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigste jedoch ist die sogenannte Venenschwäche und tritt verstärkt bei Menschen in stehenden Berufen auf. Das Bindegewebe kann nicht genug Spannung aufbringen, um den nötigen Druck in den Blutgefässen aufrecht zu erhalten, das Blut “versackt”. Als Folge sammelt sich Flüssigkeit am tiefsten Punkt im Körper, in den Füssen und Unterschenkeln, häufig einhergehend mit einem starken Gefühl von Erschöpfung oder Müdigkeit. Langfristig kann dies unschöne “Krampfadern”, sogenannte Varizen verursachen, die sich entzünden können oder die Entstehung der gefürchteten Thrombose begünstigen.

Die manuelle Lymphdrainage kann hier effektiv zur Vorbeugung von Langzeitfolgen beitragen und das Schweregefühl in den Beinen beseitigen.

Sie kann Spätfolgen der Therapie einer Krebserkrankung effektiv lindern.

Muss ein Tumor operativ entfernt werden, werden je nach Schwere der Erkrankung oft Lymphknoten entfernt, da sich Metastasen häufig über die Lymphgefässe ausbreiten. Dies kann zu einem sogenannten Lymphstau und damit zur Ödembildung in den betroffenen Gliedmassen oder auch dem Gesicht führen. Ein kompetenter Therapeut kann das  Lymphsystem aktivieren und ihm zudem helfen, alternative Abflusswege zu finden.

Lymphdrainage kann unterstützend bei der Heilung von Narben wirken.

Grössere Operationen hinterlassen meist Narben, die ein unangenehmes Spannungsgefühl verursachen oder auch die Beweglichkeit des betroffenen Körperteils einschränken können. Eine häufige Sorge ist auch die übermässige Bildung von Narbengewebe, welche von vielen Menschen als unästhetisch empfunden wird.

Ein ausgebildeter Lymphtherapeut kann eine Narbe dem Heilungsstadium entsprechend fachgerecht behandeln und Ihnen wertvolle Ratschläge zur Selbstbehandlung geben, um unerwünschten Spätfolgen vorzubeugen.

Sie hat eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem und ist komplett schmerzfrei.

Dies ist lediglich ein Nebeneffekt, der jedoch von vielen Patienten als sehr angenehm empfunden wird. Das vegetative Nervensystem ist massgeblich verantwortlich für unser Empfinden von Stress oder Entspannung und steuert alle regenerativen Prozesse in unserem Körper. Das Gefühl von Entspannung ist daher ein wichtiger Faktor für jeden Heilungsprozess im Körper.

Die sanften, rhythmischen Griffe der manuellen Lymphdrainage sind absolut schmerzfrei und können eine äusserst beruhigende Wirkung haben.

Welche Risiken oder Nebenwirkungen hat die Lymphdrainage?

Die Lymphdrainage ist eine sanfte Therapieform die immer schmerzfrei sein sollte. Es gibt jedoch Fälle, in denen sie nicht angewendet werden darf. Halten Sie daher immer Rücksprache mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn:

  • Sie eine diagnostizierte Herzinsuffizienz haben
  • Sie an einer Tumorerkrankung leiden, deren Behandlung noch nicht abgeschlossen ist
  • Sie eine Infektion haben, insbesondere in Verbindung mit Fieber bei Ihnen eine Thrombose oder Thrombophlebitis diagnostiziert wurde

Bei Physio First  – Physiotherapie und Rückenzentrum Horgen – haben wir 2 Lymphdrainage Spezialisten. Wenn Sie Fragen spezifisch zu Lymphdrainage haben, oder wenn wir Ihnen irgendwie anders behilflich sein können, dann nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf.

Wir wünschen Ihnen einen tollen Tag!

Åsa, Karin, Sindija, Nicholas & Timo

www.physiofirst.ch

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